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H2: Kabinenbeben: 15:6-Lauf in der Schlussviertelstunde rettet Friesen-Reserve

by | Feb 16, 2026 | Herren, Herren2, Spielberichte und Artikel, Teams | 0 comments

HÄNIGSEN/HERRENHAUSEN. Was sich am vergangenen Wochenende in der Halle von Herrenhausen abspielte, wird wohl als das „Wunder von Minute 45“ in die Geschichte der 2. Herren des TSV Friesen Hänigsen eingehen. In einer Partie, die eigentlich schon längst verloren geglaubt war, bewies die Mannschaft eine Moral, die im Abstiegskampf ihresgleichen sucht.

Ein Trümmerhaufen zur Pause: 18:10
Die erste Halbzeit war ein handballerischer Offenbarungseid. Ohne Zugriff in der Abwehr und völlig ideenlos im Angriff ließen die Friesen sämtliche Grundtugenden vermissen. Mit einem deprimierenden 18:10-Rückstand schlich das Team in die Kabine. Die Messe schien gelesen.

Der psychologische Kniff der Trainer
In der Pause folgte der Wendepunkt: Das Trainergespann setzte nur ein kurzes, hochemotionales Statement – und verließ dann die Kabine. Die Botschaft war klar: „Ihr müsst das jetzt unter euch klären.“ In der Stille übernahm die Mannschaft die Verantwortung. In einer leidenschaftlichen Ansprache aus den eigenen Reihen rüttelten sich die Spieler gegenseitig wach. Man schwor sich ein, die Ehre zu retten und bis zur letzten Sekunde zu kämpfen.

Minute 44: Der Tiefpunkt vor der Ekstase
Zunächst schien die Wirkung jedoch zu verpuffen. In der 44. Minute leuchtete ein schier aussichtsloses 27:20 auf der Anzeigetafel. Sieben Tore Rückstand, nur noch 16 Minuten auf der Uhr – viele Zuschauer hatten die Friesen bereits abgeschrieben.

Eric Marquardt und der „Klick“-Moment
Doch dann kam die 45. Minute, die alles veränderte. Beim Stand von 27:20 trat Herrenhausen zum Siebenmeter an. A-Jugend-Keeper Eric Marquardt behielt die Nerven, parierte glänzend und gab damit das Signal zur Schlussoffensive. Wie durch einen Stromschlag geweckt, legten die Friesen sofort einen 3-Tore-Lauf hin und verkürzten innerhalb kürzester Zeit.

Abwehrschlacht und der goldene Schlusspunkt
Plötzlich stand da ein Bollwerk. Angeführt von einem in der Abwehr aufopferungsvoll kämpfenden Finn Janssen, der jeden Millimeter Boden verteidigte, rührten die Friesen Beton an. Herrenhausen verlor völlig den Faden gegen den entfesselten TSV.
In einer hochdramatischen Schlussphase war es schließlich Marius Bergmann, der mit einer sehenswerten Einzelaktion den Schlusspunkt unter dieses unvorstellbare Comeback setzte. Mit dem Treffer zum 33:35-Endstand war die Sensation perfekt.

Wer einen 27:20-Rückstand in der 44. Minute noch in einen Sieg verwandelt, hat den Charakter für den Klassenerhalt. Diese kämpferische Einstellung der zweiten Halbzeit ist ab sofort der Maßstab für die kommenden Spiele.

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